So verstehe ich Permakultur: (B. Keller)

Was ist Permakultur? Eine grosse Frage.

Kurz zusammengefasst würde ich es so beschreiben: Achtsames Umgehen mit der Natur, so dass gutes Leben und bewusstes Sein für alle und alles gefördert wird.

Die informativen Führungen auf der "Autarca" (matricultura) haben mir grosse Einsicht in Zusammenhänge der Natur gegeben, wenn sie vom wirklich intelligenten Menschen gefördert wird. Sie fanden auf einer Finca (bearbeitetes Land) statt, die von einem Schweizer Paar seit 10 Jahren auf diese Art auf La Palma betrieben wird. Man hat alles sichtbar vor Augen. (Die Autarca liegt ca. 500m oberhalb meiner Finca in Tinizara).

Es wird in beschleunigter "Urwaldmanier" von Hand und gemütlich gearbeitet; allen Pflanzen wird alles gegeben, was für ein natürliches Wachsen und sich Entwickeln gebraucht wird, ganz egal, was diese Gewächse sind oder eben nicht sind. Der Boden wird so umgestaltet, dass er der Diversität der Pflanzen und deren Wachstum dient. Alles Wachsen wird gefördert. Möglichst viele Bäume und Sträucher werden zusätzlich angepflanzt, damit die Wurzeln miteinander kommunizieren können. Naturteiche werden angelegt, damit die Pflanzen ein gemeinsames Wasserreservoir haben. Organischer Gartenabfall wird gehäckselt oder zu Pyrolysekohle verarbeitet, mit dem Humus vermischt, sodass Kleinstlebewesen in die Erde kommen, welche diese weiter beleben.

Mit der Zugabe von ganz bestimmten Mikroorganismen wird der Humus schneller hergestellt und verbessert, umgewandelt und veredelt (Wurmzucht aus organischen Küchenabfällen; verschiedene Verarbeitung von menschlichen und tierischen Fäkalien; mulchen; wässern und mehr).

Die verschiedenen Pflanzen unterstützen sich so untereinander, tauschen Nährstoffe aus und fördern sich so wieder. Die so behandelte Natur antwortet darauf sehr dankbar und grosszügig. Es wächst mit den Jahren aus dem mit dem Humus verstreuten Samen letztlich genau das, was den darin lebenden Menschen als Unterstützung für Wachstum im weitesten Sinn nützlich sein kann. Nicht nur mit Nahrung für den Körper, sondern auch für die geistige Gesundheit, unter anderem durch verstärkte Intuition. Die gute Wirkung kommt auch aus der Ausstrahlung des so bearbeiteten Bodens. Natürlich helfen auch Tees aus den gewachsenen Blumen und Kräutern, oder daraus gemachte Tinkturen, Salben, etc. Der Intuition, was der einzelne braucht, um glücklich zu sein, sind keine Grenzen gesetzt - die Graf's geben Kurse, andere machen verstärkt genau das, was ihnen entspricht und Freude bereitet. Es kann ein enormer Überfluss entstehen - und allen, die damit in Berührung kommen, tut es gut.

Endlich ein reales Beispiel, wo Nützliches für alles Lebendige gemacht wird - übrigens ist das allein schon die beste Medizin gegen Depressionen, wie man eigentlich schon lange weiss.

Erich und Barbara Graf, Autarca, La Palma sind schon berühmt, haben auch Filme in Youtube und geben vertiefende Kurse für alle Bereiche der Permakultur - es sind derer viele. Man kann Permakultur an der Uni studieren. Öfters sind Studenten da, die ihre Doktorarbeit schreiben. Die "Autarca" ist ein blühender Ort, auch im übertragenen Sinn. Sie funktioniert bereits zu einem grossen Teil autark. Sie heizen und entfeuchten mit ganz einfachen Mitteln, fahren ein aus Solarzellen gespeistes Elektroauto, kochen mit gebündeltem Sonnenlicht, Kochkisten und Biogas aus Orangenschalen. Das funktioniert alles - und alles ganz einfach, und diese Einrichtungen oder Apparaturen dienen immer mehr als nur einem Zweck. Und die Kurse bringen genug Geld ein, dass sie als vierköpfige Familie gut leben können.

Wie man die Bienen rettet, erklärt Erich plausibel und für Imker einfach machbar in 10 Minuten!

Permakultur ist auch die Umwandlung vom patriarchalischen ins matriarchalische System. Im herrschenden patriarchalischen System geht es ums Gewinnen, Profit und Konkurrenzkampf. Das Resultat sehen wir...  zurück bleibt eine karge "blutende" Erde, ohne Humus, ausgelaugt und mit Chemikalien vergiftet. Oder Menschen mit Burnouts.

Das matriarchalische System hat keinerlei Hierarchie, verschenkt alles grosszügig an das Ihrige. Es umfasst Nähren, Integrieren, Pflegen, Schwaches Schützen und Ausgleichen. Das männliche Prinzip (integriert im einzelnen Menschen, denn innerlich haben wir beide Kräfte zur Verfügung) wirkt unterstützend und beschützend.

So sollte es im besten Fall gar keine Macht- und Konkurrenzkämpfe zwischen den Menschen, die auf einer Permakultur-Finca leben, geben.

Dieses (ungefähr wiedergegebene) Zitat hat mir am besten gefallen: "Wir sind auf der Welt, um gut zu leben und viel zu essen, damit wir viel Kacke produzieren - denn daraus können mit richtigem Umgang zwei weitere leben!" 

Das heute herrschende patriarchalische System unterdrückt die weiblichen Eigenschaften (Mitgefühl, Nachsicht, Verzeihen, ...) und möchte "Scheisse" möglichst schnell verschwinden lassen - und macht dies auf schädlichste Art und Weise.

Für mich stimmt es auf allen Ebenen. 

Leben im matriarchalischen System und mit diesem Bewusstsein wirkt automatisch gut auf allen Ebenen.

Die Graf's verwenden auch biologisch-dynamische Aspekte aus der Anthroposophie, wo Wasser und spezielle, aufgelöste Produkte stundenlang vermischt und mit menschlicher Energie/Gedanken/Wünschen/Problemen informiert werden, was dann in die Natur gegeben wird. So schliesst sich der Kreis und die Pflanzen liefern darauf ihre entsprechende Unterstützung verstärkt, auch in Form von nützlichen Inspirationen. Damit wird sogar nachweislich Radioaktivität vermindert!

Ich finde es phantastisch. Endlich weiss ich praktisch - und mehr und mehr auch intuitiv - was machen in meinem Garten, warum so viel Passionsblumengeränke wachsen und dass all das winzige „Gekreuche und Gefleuche“ absolut nicht unnütz ist, wie gar nichts... So auch nicht "die Scheisse", resp. das, was wir als solches angesehen haben in unserem Leben....

Wenn niemand da ist, nichts läuft und mir früher in solchen Momenten "die Decke auf den Kopf gefallen" ist, geniesse ich genau dies heute als wunderbare Momente in dem "konzentrierten Nichts", im Garten oder einfach "seiend" werkelnd und/oder bewusst atmend auf der Terrasse, vor mir ein unendlicher Ozean, meist ohne Horizont, übergangslos mit dem Himmel verbunden, laue Lüftchen, Düftchen und Vogelgezwitscher wahrnehmend. Und dies auf einer mitten im Atlantischen Ozean gelegenen, kleinen Vulkaninsel.

Der Orbit hier ist so sternenklar (es haben sieben Nationen Teleskope auf dem Berg) dass auch sinngemäss psychische Trübungen sehr klar wahrgenommen - und deshalb im besten Fall bewusst geklärt, integriert oder von dannen gewiesen werden können. Vielleicht ist es auch das viele Wasser rund um La Palma oder der Vulkanschwefel, wer weiss, aber irgendwie wirkt alles zusammen konzentrierend, klärend, bewusst werdend, fördernd, erhellend - im besten Fall. Auf La Palma sein kann ein grosses Privileg sein - oder man hält es hier einfach nicht aus!

Permakultur ist sicher noch viel mehr und auch jedem seine eigene Erfahrung. 

Ich persönlich glaube nicht an diese Super-Version, wo alle Wurzeln aller Bäume auf der Welt miteinander kommunizieren können sollten. Aber ich glaube an immer mehr Oasen, die für Menschen entstehen, die sensuell, bewusst, wach, im Jetzt – und somit„auf der neuen Welt“ leben wollen - und das auch tun.  Aber von denen hört man eben nichts in den News.

Brigitta, 2017


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